Schwacher Auftritt lässt Vorsprung schmilzen

Garchings Bayernligamannschaft verliert deutlich mit 1:3 (27:25, 18:25, 14:25, 15:25) gegen den TSV Vaterstetten. Vor allem im Angriff hatte der VfR Probleme seine Punkte zu erzielen. Trotz der Niederlage behauptet Garching Platz zwei, der Vorsprung auf Verfolger Esting schmilzt allerdings auf vier Punkte.

Schon unter der Woche waren die Trainingsbedingungen nicht ideal. Aufgrund von zahlreichen Absagen konnte der VfR nicht in gewohnter Intensität und spielnah trainieren. Am Sonntag fehlten mit Stefan Zenger und Bernhard Frank zwei wichtige Spieler. Mit elf Spielern war der Kader zwar immer noch gut gefüllt, aber lediglich auf Außen und Diagonal besaß Trainer Udo Rosenstein Auswechselspieler. Für den Gegner, gegen den Garching bereits im Hinspiel 2:3 verlor, waren Punkte im Abstiegskampf dringend notwendig.

Im ersten Satz entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften waren vor allem über Außen und Diagonal erfolgreich. Garching tat sich gegen die starke Abwehr des TSV immer wieder schwer die Punkte zu machen. Doch rechtzeitig zum Satzende konnte sich Garching etwas absetzen. Beim Stand von 19:20 reichte das Sideout und zwei gute Aufschläge, darunter ein Ass, zu einer kleinen 22:20 Führung. Den wichtigen Breakpunkt zum 24:21 besorgte Zuspieler Felix Ellensohn durch das clevere Ausnutzen des gegnerischen Blocks. Drei Satzbälle sollten nicht reichen, eigene Fehler oder zu wenig Druck im Angriff brachten dem TSV den ersten Satzball (24:25). Ein kurzer Rollshot an den Blockhänden des TSV vorbei sowie ein Einerblock des VfR brachten Garching doch noch auf die Siegerstraße zum 27:25.

Die Führung gab Garching aber keineswegs Sicherheit. Vaterstetten wechselte im zweiten Satz den schwächsten Spieler des ersten Durchgangs aus. Die Angreifer des VfR kamen zudem mit den Pässen nicht richtig zurecht und konnten sich gegen die starke Block- und Abwehrarbeit des TSV immer seltener durchsetzen. Schon der Start in den Satz ging gründlich daneben (0:2, 1:4, 2:7, 3:11). Auch einige fragwürdige Entscheidungen des schwachen ersten Schiedsrichters warfen den VfR weiter zurück. Udo Rosenstein versuchte mit Wechseln auf Diagonal und Außen neue Impulse zu setzen, doch kein Spieler der Garchinger fand richtig in seinen Rhythmus. Vaterstetten spielte den Satz souverän zu Ende und konnte mit dem 18:25 ausgleichen.

Zu Beginn von Satz drei konnte der VfR kurzzeitig wieder mithalten und hatte beim 6:4 eine kleine Führung. Doch der TSV war mittlerweile in allen Bereichen (Block, Abwehr, Aufschlag, Angriff) besser als die Hausherren. Der Gegner setzte sich mit einer Serie vom 8:9 zum 8:15 ab. Drei Wechsel beim VfR konnten den klaren Sieg des TSV (14:25) nicht verhindern. Auch im vierten Satz hatte Garching keine Antwort mehr und holte nur indiskutable neun Sideouts. Über die Stationen 4:6, 6:16, 11:19 ging der Satz und das Spiel deutlich an Vaterstetten. Es war Garchings erste Niederlage im Jahr 2016 und der schwächste Auftritt seit dem Saisonauftakt gegen SW München.

Durch den Sieg von Esting gegen Grafing beträgt der Vorsprung des VfR auf Platz drei nun nur noch vier Punkte. Am nächsten Wochenende stehen wegweisende Spiele für die Garchinger auf dem Programm. Der Spielplan ist dabei alles andere als ideal. Am Samstag muss die Mannschaft zum späten Auswärtsspiel nach Türkheim, während am Sonntag das Topspiel gegen Esting zu Hause stattfindet. Gegen den direkten Konkurrenten muss der VfR unbedingt punkten, denn das Restprogramm mit Herrsching, Bobingen und Grafing ist im Vergleich zu Esting (mit Kempfenhausen und Königsbrunn) deutlich anspruchsvoller.